Beispiele aus dem Trainingsalltag
Verharmlosung von Doping
Das Thema Doping im Umgang mit Athletinnen und Athleten „totzuschweigen“ ist mehr als leichtsinnig. Denn sie können jederzeit und überall damit konfrontiert werden, und dann sollten sie wissen, was sie davon zu halten haben.
Aufgeschnappt bei einem Volkslauf
Eine Gruppe aus mehreren Jugendlichen und zwei Erwachsenen bereitet sich auf den gleich startenden Volkslauf vor: Gymnastik, Dehnen, Kleidung und Startnummern richten und so weiter. Einer der Jugendlichen trägt einen Aufnäher auf der Jacke, der ihn als aktuellen Landesmeister ausweist. Nach einigen Minuten sagt der Mann im Beisein der Jugendlichen zu seiner Begleiterin: „So, hast du alle Drogen eingeworfen? Ja? Na dann los zum Einlaufen!“
Nur ein Scherz?
Vielleicht sollte es nur ein Scherz sein. Aber was mögen die Jugendlichen in diesem Moment gedacht haben? Dass Doping ein „Kavaliersdelikt“ ist, um das unnötig viel Wirbel gemacht wird? Dass Doping genau so zum Sport dazugehört wie Dehnungs- und Aufwärmübungen? Dass man ohne Doping im Sport keine Chance hat, wenn sogar schon bei Volksläufen gedopt wird?
Eine Frage der Einstellung
Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig das Thema Doping mit jungen Athletinnen und Athleten zu diskutieren und sie für den Fairnessgedanken im Sport zu begeistern. Nur so können sie eine eigene, entschieden ablehnende Haltung zum Doping entwickeln und sich von Verharmlosungen distanzieren.