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Beispiele aus dem Trainingsalltag

Kurz vor dem Wettkampf - die Leistung stagniert

Trainer bespricht sich vor dem Wettkampf mit jungen Leichtathletinnen. Foto: Kühn Medienkonzept

Hinter der Trainerin und ihrer Weitspringerin liegt eine lange Phase aufwendigen und unermüdlichen Trainings, und der wichtigste Wettkampf des Jahres rückt immer näher. Doch die gewünschten Leistungsfortschritte treten, anders als im Vorjahr, nicht ein. Welche Möglichkeiten gibt es in dieser Situation?


 

Überprüfung des Trainingsaufbaus

Zunächst sollte geklärt werden, ob die Ausgangssituation und der Trainingsaufbau ähnlich dem erfolgreichen Vorjahr sind. Eventuell kommen noch Anpassungen hinsichtlich Spezifik oder Belastungsdynamik in Frage. Denkbar ist auch, dass nur etwas Geduld nötig ist und dass dies bei näherem Hinsehen auch im Vorjahr so war.

 

Anzeichen eines Übertrainings beachten

Bei einer Leistungsstagnation sollte immer auch die Möglichkeit eines Übertrainings in Erwägung gezogen werden. Vielleicht wurde zu viel, zu hart, zu einseitig trainiert, und die Athletin fühlt sich ausgebrannt. Neben dem Leistungsrückgang können Motivationsschwäche, Schmerzen in Muskeln und Gelenken oder eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit Anzeichen eines Übertrainings sein. Es ist dann notwendig, Trainingsumfang und Trainingsintensität zu reduzieren, Trainingsinhalte auszutauschen und das Training stark regenerativ auszurichten. Dazu ist ein gewisses Maß an Vertrauen und Gelassenheit notwendig.

 

Persönliche Blockaden

Leistungsdruck gehört zum Sport dazu, und bis zu einem gewissen Umfang können Athletinnen und Athleten damit normalerweise auch gut umgehen. Allzu hohe Erwartungen Dritter oder auch der Athletin selbst können jedoch zu einer Leistungsblockade führen. In einer solchen Situation kommt es vor allem darauf an, den von außen kommenden Druck auf die Athletin zu verringern und gemeinsam mit ihr realistische, an ihren Ressourcen orientierte Ziele zu erarbeiten. Im Extremfall kann es auch notwendig sein, die Athletin etwa gegen die Presse oder Sponsoren ein wenig abzuschotten. Die Trainerin sollte zudem überlegen, ob sie stabilisierende, aussgleichende Einflüsse im privaten Umfeld der Athletin aktivieren kann.

 

Probleme im außersportlichen Bereich

Möglicherweise hat die Athletin familiäre, persönliche oder schulische Probleme, die ihre sportlichen Leistungen beeinträchtigen können. Hier ist es sinnvoll, wenn die Trainerin Interesse für die Belange der Athletin außerhalb des Sports zeigt und ihr signalisiert, dass sie auch für solche Probleme als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Ebenso wichtig ist es aber auch, der Athletin genügend Zeit zu geben, ihre Probleme zu lösen. Manchmal hilft es schon, dass Probleme angesprochen und konkrete Lösungsschritte für die Zeit nach dem Wettkampf vereinbart werden.