
NADA TRAINERHANDBUCH – Version 1.0 – Februar 2011 C35NADA-Trainerhandbuch 1. Auflage – Februar 2011 Block C Tipps für den Trainingsalltag Es gibt durchaus Wege – über das sportartspezifische Training hinaus – Fähigkeiten der Sportler zu fördern. Ihnen als Trainer bieten sich hierbei viele Bereiche, in denen Sie Ihre Athleten unterstützen können. Dabei können individuelle Wege der Leistungsförderung von denen unterschieden werden, die einen Einbezug des sportlichen Umfeldes benötigen. Die Relevanz der Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrkräften und Betreuungspersonal ist enorm. Die nachfolgenden Beispiele lassen sich in direkte, auf den Sportler unmittelbar wirkende Maßnahmen und indirekte, also solche Maßnahmen, die über Umwege auf den Sportler wirken, abgrenzen. Individuelle Wege der Leistungssteigerung für Athleten Vorab muss darauf hingewiesen werden, dass die nun folgenden Aktionen nicht für alle Al- tersgruppen und Leistungsstufen geeignet sind. Sie sollen eine Auswahl an Möglichkeiten widerspiegeln, aus denen sich jeder Trainer für seine Athleten wahlweise bedienen kann! Neue oder andere Trainingsmethoden Es ist bekannt, dass jeder Trainer über ein gewisses „Repertoire“ verfügt, aus dem er sich zwecks der Gestaltung des Trainings bedient. Sie selbst entscheiden dabei, welche Methoden für Ihre Athleten sinnvoll erscheinen und sich bewähren. Allerdings ist auch allgemein bekannt, dass jeder Trainer individuelle Ideen ein- bringt und andere Wege geht. Suchen Sie aktiv den Austausch mit Trainerkollegen. Nutzen Sie in gemeinsamen Trainingsla- gern die Möglichkeit, Trainingsgruppen zu mischen – damit erhalten Ihre Sport- ler einen Eindruck davon, wie es ist, bei jemand anderem zu trainieren. Infor- mieren Sie sich auch international über Trainingsmethoden und wagen Sie einen Blick „über den Tellerrand hinaus“. Auch der Einsatz von anderen Trainern für spezielle Trainingsbereiche wie Kraft- oder Athletiktraining bringt frischen Wind in den Trainingsalltag. Ihre Athleten lernen alternative Methoden kennen und entdecken neue Bewegungsformen. Dies fördert gleichzeitig den Spaß an Bewegung und Training. Ebenso wie eine Trainervariation können auch das Einbringen von anderen Sportarten oder Bewegungsaufgaben förderlich für die sportliche Entwicklung sein. Vor allem im koordina- tiven Bereich lassen sich positive Ergebnisse erzielen und das tägliche Training verliert an Eintönigkeit. In unserem amerikanischen Collegeteam war es ein stilles Gesetz, dass alle schon vor dem Training 150 Sit-ups ab- solviert hatten. Im Wasser startete jede Einheit mit einem individuellen Einschwimmen gefolgt von einer Warm-up- Serie, die alle gemeinsam absolvierten. Dies wurde übri- gens auch vor Wettkämpfen eingehalten. Im Training waren einzelnen Bahnen Schwimmstile zugeord- net und jede Bahn hatte einen eigenen Trainingsplan. Zu- dem wurden zwischen den Sprintern, Langstreckenschwim- mern und Mitteldistanzschwimmern klare Unterschiede gemacht. Schwimmer, die in mehreren Schwimmstilen gut waren, trainierten je nach Tag auf unterschiedlichen Bah- nen. Beim Üben von Wenden oder Starts wurden oft 2er-Teams gebildet, sodass man sich zunächst von einem Teamkame- raden beobachten und verbessern ließ, bevor der Trainer eine Bemerkung machte. Auch Anfeuerungsrufe im Trai- ning, z. B. bei sehr harten Einheiten, waren üblich. Die in- tensive gegenseitige Unterstützung im Team war von hoher Bedeutung. Silke Lichtendorf, Schwimmerin „ „ Tipps für den Trainingsalltag